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Göda verkauft Häuser

Sächsische Zeitung vom 12. April 2016

Die Gemeinde veräußert jetzt 53 Wohnungen für anderthalb Millionen. Und es sollen noch mehr den Besitzer wechseln.

Von Madeleine Siegl-Mickisch

 

Göda.

Das passiert nicht alle Tage: Meist entscheiden Gemeinderäte ja darüber, wofür Geld ausgegeben wird. Aber der Gödaer Gemeinderat hat jetzt mit vier Beschlüssen den Weg freigemacht für eine nicht alltägliche Einnahme. Rund 1,6 Millionen Euro fließen demnach in die Gemeindekasse. Allerdings trennt sich die Gemeinde Göda dafür von den meisten ihrer Wohnungen.

Dass der kommunale Wohnungsbestand nahezu komplett verkauft werden soll, darauf hatten sich Gemeinderat und -verwaltung schon vorletztes Jahr verständigt. Das Bautzener Immobilienbüro Hornig wurde dann beauftragt, Käufer für die Wohnhäuser zu finden. Das ist gelungen ? wenn auch mit unterschiedlichem Ergebnis. So hatte der Gemeinderat jetzt zu entscheiden, ob die Verkäufe wie vorgeschlagen über die Bühne gehen sollen. Die Mieter müssten keine Angst vor Kündigungen haben, so Bürgermeister Gerald Meyer (parteilos). Laut Gesetz muss der Käufer bestehende Mietverträge übernehmen.

Der größte Brocken ? sowohl von der Anzahl der Wohnungen als auch vom Preis her ? sind die drei Blöcke mit 28 Wohnungen an der Gartenstraße. Sie gehen für 850 000 Euro ? und damit zum höchsten Gebot ? an die Calinus Stiftung mit Sitz in Regensburg. Welchen Zweck die Stiftung hat, fragte Gemeinderätin Sylvia Osses (Die Linke). ?Denn ich finde, wir sollten schon wissen, an wen wir verkaufen.? Der mit den Verkaufsverhandlungen betraute Mitarbeiter von Hornig Immobilien erläuterte, dass es sich um eine Familienstiftung handelt, deren gesetzlicher Vertreter ein in Göda ansässiger Bürger ist. Er wolle, dass die Häuser nach dem Kauf langfristig in Familienbesitz bleiben und habe dafür die Form einer Stiftung gewählt. Zehn Gemeinderäte stimmten dem Verkauf zu, einer war dagegen, vier enthielten sich.

 

Agrofarm hat Interesse

Für 469 000 Euro will die Agrofarm Göda am Oberweg zwei Häuser mit insgesamt zwölf Wohnungen sowie das benachbarte Gebäude kaufen. In diesem befinden sich Arzt- und Zahnarztpraxis sowie eine weitere Gewerbeeinheit und eine Wohnung, die derzeit beide leer stehen. Auch sechs Garagen gehören dazu. Die Agrofarm besitzt am Oberweg bereits zwölf Wohnungen.

Nur ein Angebot, das zudem unter dem Verkehrswert liegt, gab es für ein Haus mit zwölf Wohnungen in Nedaschütz. Da aufgrund des sanierungsbedürftigen Zustandes keine weiteren Angebote zu erwarten seien, wurde der Verkauf dennoch empfohlen. Erwerben will das Haus, in dem zurzeit drei Wohnungen leer stehen, für 275 000 Euro eine Familie aus Zockau bei Gaußig. Allerdings sei hier die Finanzierung noch nicht abschließend geklärt.

Drei Häuser mit 13 Wohnungen an der Dahrener Straße sollen demnächst auch noch verkauft werden. Insgesamt könnte die Gemeinde somit rund zwei Millionen Euro einnehmen. ?Wir müssen sehr gut überlegen, wie wir das Geld sinnvoll einsetzen?, sagt Bürgermeister Gerald Meyer. Auslöser für den Wohnungsverkauf war der Wunsch, die Schule zu modernisieren, wofür neben Fördergeld auch Eigenmittel gebraucht werden. Meyer plädiert allerdings dafür, nicht unbedingt den gesamten Erlös für die Schule zu verwenden. Wie teuer die Schulsanierung wirklich wird, müssten jetzt laufende Planungen ergeben.